IEA ES Task 43

Standardisierte Nutzung von Gebäudemassen als Speicher für erneuerbare Energien und Netzflexibilität

Hintergrund

Die Energieversorgung des Gebäudesektors verursacht rund ein Drittel des österreichischen Endenergiebedarfs und bietet ein erhebliches Potenzial zur Dekarbonisierung. Erneuerbare Energien stoßen jedoch ohne geeignete Speicherlösungen auf Herausforderungen durch zeitliche Diskrepanzen zwischen Erzeugung und Nachfrage. Gebäudemassen – sowohl im Bestand als auch im Neubau – verfügen aufgrund ihrer thermischen Trägheit über ein signifikantes Speicherpotenzial, das durch thermische Bauteilaktivierung nutzbar gemacht werden kann. Diese Technologie ermöglicht nicht nur die Temperierung von Innenräumen, sondern auch die Speicherung von Energie aus lokalen und netzgebundenen erneuerbaren Quellen, einschließlich Power-to-Heat-Anwendungen. Um Chancen und Herausforderungen einer breiten internationalen Umsetzung zu identifizieren und Lösungsansätze zu erarbeiten, wurde der IEA ES Task 43 initiiert

Projektziele

Das zentrale Ziel des Tasks ist es, thermische Bauteilspeicher für eine multiplizierbare, effiziente und wirtschaftlich attraktive Umsetzung vorzubereiten. Dazu werden vier zentrale Fragestellungen bearbeitet: die Untersuchung nachhaltiger Materialien und multiplizierbarer Konstruktionstechniken für Neubau und Sanierung, die Entwicklung von Strategien zur effizienten Systemintegration auf Gebäude- und Quartiersebene einschließlich geeigneter Regelungsstrategien für Speicherbewirtschaftung und Lastmanagement, die Analyse nicht-technischer Herausforderungen und Barrieren für die Markteinführung sowie die Definition von Key Performance Indicators (KPIs) zur Vergleichbarkeit und Bewertung von Systemen. Ergänzend werden Leitfäden für die bauliche Umsetzung einschließlich Sensorik sowie Demonstrator-Factsheets erstellt, um praxisnahe Anknüpfungspunkte für potenzielle Umsetzer zu bieten.

Angestrebte Ergebnisse

  • Erhebung von Informationen und Messdaten zu erfolgreichen Umsetzungsprojekten in Österreich
  • Konstruktionstechniken und Fertigungskonzepte für thermische Bauteilaktivierung in Neubau und Sanierung, u.a. in Verbindung mit vorgefertigten Hüllelementen mit verschiedenen Materialien (z.B. Holz oder Lehm).
  • Entwicklung von prototypischen Systemkonzepten und Regelungsstrategien für thermische Bauteilspeicher auf Gebäude und Quartiersebene
  • Untersuchung des Einflusses von Lastmanagement auf Innenraumkomfort und NutzerInnen
  • Erarbeitung und Untersuchung neuer Geschäftsmodelle für Energie- und Flexibilitätshandel auf Gebäude und Quartiersebene

Projektmitarbeiter*innen

Projektleitung: Daniel Heidenthaler
Projektmitarbeiter: Michael Moltinger

Teilnehmende Staaten: Dänemark, Deutschland, Italien, Niederlande, Norwegen, Österreich (Leitung), Schweden, Spanien, Vereinigtes Königreich