Hintergrund
Global gesehen, befindet sich das derzeitige Energiesystem im Wandel und Photovoltaik (PV) nimmt dabei eine wesentliche Schlüsselrolle ein. Besonders im letzten Jahrzehnt hat die PV-Stromerzeugung den Sprung von einer Nischentechnologie zu einem wichtigen Akteur in der weltweiten Energieversorgung durchgemacht.
In Österreich ist eine Verzehnfachung der aktuell installierten PV-Leistung (d.h. von aktuell 1,5 auf 15 GW) erforderlich, um das Energieziel der Bundesregierung (100 % Strom aus Erneuerbaren bis 2030) zu schaffen. Mittelfristig, bis 2050, ist aufgrund des erwarteten Stromzuwachses zumindest eine weitere Verdoppelung notwendig. Für eine hohe Akzeptanz dieser Technologie, aber auch als Beispiel für andere Länder, ist es erforderlich, die technische und systemische Integration der PV in Bauwerke zu optimieren. Damit einher geht auch die Chance für Österreich sich als BIPV-Vorreiter im Export von innovativen BIPV-Produkten und exzellentem Know-how zu positionieren.
Projektziele
Für einen Aufbau beziehungsweise eine Ausweitung eines österreichischen BIPV-Schwerpunkts in Produktion und Forschung eignete sich der internationale Kontext des IEA PVPS Programms in idealer Weise. Die Mitarbeit im IEA PVPS Task 15.2 des österreichischen Konsortiums fokussierte sich schwerpunktmäßig auf
- eine bessere Einbindung von BIPV in die integrale Planung von Bauwerken/Gebäuden (Digitalisierung der Planungsabläufe) bei Sanierung und Neubau.
- das Aufzeigen der Produktdiversität von BIPV hinsichtlich Technologien und Gestaltungsmöglichkeiten sowie deren Integrationsmöglichkeiten in Bauwerke.
- die bessere Verankerung von BIPV in nationalen sowie internationalen Gesetzen bzw. Richtlinien sowie die Harmonisierung von BIPV-Testvorschriften und -Normen aus der Baubranche und Elektrotechnik.
- das Aufzeigen von Vermarktungspotenzialen der Stromerzeugung an Gebäuden und Erarbeitung tragfähiger Geschäftsmodelle.
- die Erarbeitung von umfassenden Bewertungsparametern für BIPV-Installationen (energetisch, ökonomisch, ökologisch und ästhetisch) und deren Zusammenführung zu einer multifunktionalen Bewertungsmatrix für umgesetzte und in Planung befindliche BIPV-Projekte.
- die Verbreitung von Erkenntnissen aus Leuchtturm- und Best Practice-Projekten an ein fachspezifisches Zielpublikum (Mitarbeit an einem BIPV-Errichtungs-Leitfaden für die Baubranche).
Die intensive internationale Vernetzung und Zusammenarbeit führt zu einem nationalen Know-how-Aufbau und kann damit wesentlich zur Etablierung einer international agierenden, heimischen BIPV-Branche beitragen.