Beschreibung
Mehrgeschossige urbane Wohnsiedlungen in offener Bauweise, welche in den 30-80er Jahren in ganz Europa entstanden sind, bergen viele Verbesserungs- und Nachverdichtungspotenziale in sich, welche häufig nicht genutzt werden. Problemstellungen sind der unzureichende energetische Standard, die Lärm- und Schadstoffbelastung durch zunehmenden Verkehr, die demografische Überalterung der Siedlung, die erforderliche Anpassung an heutige BewohnerInnenbedürfnisse, sowie die Abdeckung des zukünftigen Wohnraumbedarfs wie z. B. barrierefreie Wohnungen.
Das übergeordnete Ziel des Projektes war es, technische und soziale Innovationen zu verbinden und in einem Demonstrationsgebäude umzusetzen. Das Projekt selbst verband neueste Technologien aus den Bereichen Schallschutz, Bau- und Gebäudetechnik mit Anforderungen aus den Bereichen Mobilität, Energie, Infrastruktur, Freiraum und Demographie unter Einbeziehung der BewohnerInnen. Eine besondere Innovation stellte der Einsatz einer multifunktionalen Fassade dar, welche eine Intelligente Neukombination weitestgehend bestehender Technologien wie Bauteilaktivierung und Schallabsorber beinhaltete und zur beispielhaften Ertüchtigung erhaltenswürdiger, aber stark sanierungsbedürftiger Altbestandsbauten für die Erfordernisse des 21. Jahrhunderts diente. Die im Rahmen des Demoprojektes geplanten und umgesetzten Maßnahmen wurden einem intensiven Monitoringprozess unterworfen. Dies betraf insbesondere das Verhalten der multifunktionalen Fassade sowie die Energieversorgung der Objekte (Bauteilaktivierung, PV). Ebenso wurden die komplexen Wechselwirkungen, die sich durch den im Projekt gewählten gesamtheitlichen Ansatz ergeben, evaluiert und die getroffenen Maßnahmen einer Erfolgskontrolle unterzogen – insbesondere im Spannungsfeld Lärmreduktion, Freiraumgestaltung und Mobilität.
Das Projekt dient als Prototyp für weitere Realisierungen smarter Modernisierungen in der Stadt Hallein und weit darüber hinaus. Das Demonstrationsvorhaben zur energieeffizienten und klimabewussten Sanierung zeigte, dass die Gewinnung von neuem Wohnraum positive Effekte nach sich zieht und damit auch die Freiräume und das Umfeld insgesamt aufgewertet werden. Der Erkenntnisgewinn aus detaillierten Auswertungen wurde zur Optimierung und Weiterentwicklung der angewandten Elemente verwendet.
Wichtigste Ergebnisse
Das Demonstrationsgebäude veranschaulicht, wie Gebäude aus den 30-80er Jahren nachverdichtet und zugleich nachhaltig saniert werden können. Insbesondere die minimalinvasive Sanierung mittels Multifunktionsfassade stellt eine Innovation dar, welche die Sanierung im bewohnten Zustand ermöglicht und zugleich eine Erneuerung der Heizung mit Bauteilaktivierung von Außen beinhaltet.